Band

Als Quartett gestartet, macht sich Herrenmoos aus Datteln/Waltrop (Ruhrgebiet) seit 2017 als Quintett vor allem mit einem kompakten Sound breit, der mehr Indie als Rock ist.

Das erinnert an die Band Miles (nicht an den Trompeter) und an Hüsker Dü  – aber mit deutschen Texten und einer jazzig-lässigen Trompete, die Melodien wie stolze Luftblasen ausspuckt.

Mit Element of Crime und Die Sterne als Zaungäste verpackt Herrenmoos Themen wie Zusammenhalt, Freundschaft, Weltanschauung und das Hadern mit der Zukunft in zuckersüße Melodien und starke Worte: „Gestern waren wir noch wundervoll, gestern konnten wir noch in die Zukunft schauen.“

Dazu stelle man sich alternativ-rockige Flächen-Teppiche vor, die Gitarre und Bass mit einladender Schlagzeugunterstützung auslegen, während Sänger und Trompeter sich darauf wohlfühlend breitmachen.

Das Ganze ist mehr Melodie als Krach, aber immer mit Charme, schonungsloser Deutungshoheit und ganz bestimmt nicht lustig. Ein großer Spaß ist es trotzdem, weil der teils dreifache Gesang den Songs einen besonderen Glanz verleiht.

Die durchweg deutschen Texte handeln von vergeblicher Liebesmüh, drehen sich bestenfalls um Freundschaften oder um das, was daraus werden könnte. Es geht um das einfache Einfachsein, wundervolle Zeiten, die ihren Glanz längst verloren haben – oder auch mal um enttäuschte Weltanschauung.